Der Rückschritt lauert überall

Wenn die Angst zu groß wird, nimmt man auch den Rückschritt in Kauf.

Freies Laufen oder Stehen sind für Isabella unmöglich geworden. In der Wohnung hangelt sie sich von Regal zu Schrank. Aber selbst das Umgreifen von der einen zur nächsten Stütze bringt viel Unsicherheit und Angst daneben zu greifen oder keine ausreichende Stütze vorzufinden. In der Wohnung bewegt sich Isabella daher schon oft auf dem Boden vorwärts. Selbst beim Krabbeln sind ihr noch viele Unfälle passiert, so dass sie immer vorsichtiger wird. Inzwischen sitzt sie auf dem Po und schiebt sich langsam vorwärts. Das dauert… Die Alternative wäre Laufen mit Unterstützung anderer. Diese anzunehmen ist schwierig, wenn man gerade sauer ist.

Bisher hat sich Isabella im Treppenhaus immer noch am Geländer hochgezogen. Die Belastung ist ihr deutlich anzumerken. Es ist jedoch schwer für mich anzusehen, wenn sie Krabbeln wählt, weil es für sie der sicherste und leichteste Weg ist, eine Treppe hochzukommen. Am liebsten würde ich sie in den Arm nehmen, die Treppe zusammen mit ihr hochgehen und sagen „Wir schaffen das, irgendwie.“ Sie will die Treppe jedoch allein schaffen. Wenn ich ungefragt helfen würde, wäre das ein Drama. Ich kann es verstehen, aber es tut weh.

Ich muss die Situation und die Entwicklung annehmen, um weiterzugehen. Nur wie lange können wir diese Wohnsituation noch halten?

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